PROLOGESSAYSÜBERSETZUNGENSATANISCHE LITERATURINFO FÜR DIE MEDIENUNTER ANDEREM

Satanismus: Die gefürchtete Religion
von Magus Peter H. Gilmore

Als Anton Szandor LaVey am 30. April 1966 sein Haupt kahl schor und die Church of Satan erschuf, wusste er, dass er bald der Brennpunkt der Aufmerksamkeit für Menschen rund um den Globus sein würde. Nun, da sich jene schicksalhafte Nacht zum dreißigsten Mal jährte, stellt sich die Frage, ob die Welt begonnen hat, die wahre Bedeutung hinter der einzigen organisierten Religion zu erfassen, die als ihr Symbol den ultimativen Repräsentanten von Stolz und Rebellion und, für viele, des Bösen erkoren hat.

Und gibt es wirklich Gründe für die Menschen, bei dem stetig wachsenden Phänomen des zeitgenössischen Satanismus Furcht zu empfinden? Als langjähriger Priester und Mediensprecher der Church of Satan kann ich offen und ehrlich sagen: „Ja“! Allerdings ist das, was die Allgemeinheit zu fürchten beschlossen hat, ein groteskes Abbild, das in grellen Farben gezeichnet wird, von Übermedien, um eine kribbelnde Gänsehaut zu erzeugen; von Evangelisten, die sich abmühen, ihre Kassen zu füllen und ihre Geliebten mit Juwelen zu überhäufen; und, am peinlichsten, von einigen Therapeuten, die in der Behandlung sogenannter „Opfer rituellen Missbrauchs“ eine Goldgrube entdeckt haben, Opfer freilich, die keinen Beweis für ihre Schreckgeschichten haben außer ihrem leidenschaftlichen Glauben daran, dass sie schikaniert wurden (bemerkenswerte Ähnlichkeiten zu Geschichten von Frauen, die Freud als hysterisch bezeichnet hat). Ich werde keine Zeit damit vergeuden, die absurde Behauptung zu widerlegen, dass es eine internationale Verschwörung einer Generation von Satanisten gibt, die darauf erpicht ist, die Welt zu versklaven mit Hilfe von Drogen und der Opferung von Babys, die zu diesem Zweck extra von emotional instabilen Frauen gezüchtet werden. Mit diesem Mythos haben sich bereits andere Quellen ausreichend beschäftigt (The FBI’s National Center for the Analysis of Violent Crime: “Investigator’s Guide to Allegations of Ritual Child Abuse”, Jänner 1992; the Committee for Scientific Examination of Religion’s report “Satanism in America”, Oktober 1989; the British Government’s Department of Health report: “The Extent and Nature of Organised and Ritual Abuse”, HMSO, 1994). Wir wollen statt dessen den zeitgenössischen Satanismus als das sehen, was er wirklich ist: eine brutale Religion des Elitedenkens und Sozialdarwinismus, die danach trachtet, die Herrschaft der Fähigen über die Idioten wiederherzustellen, der prompten ausgleichenden Gerechtigkeit gegenüber Ungerechtigkeiten und einer pauschalen Zurückweisung der Gleichmacherei als den Mythos, der den Fortschritt der menschlichen Rasse in den letzten zweitausend Jahren gelähmt hat. Ist all das zum Fürchten? Wenn Sie einer aus der Masse der menschlichen Mittelmäßigkeit sind, der bloß als von den Medien benebelte Drohne existiert, dann können Sie darauf wetten!

Die Philosophie des Satanismus ist in den Werken von Anton Szandor LaVey umrissen. Unter seinen Büchern finden sich „Die satanische Bibel“, „Die satanischen Rituale“, „Die satanische Hexe“, „Des Teufels Notizbuch“ und „Jetzt spricht Satan“. All diese sind gegenwärtig erhältlich und sollten von jedermann, der sich für ein Gesamtbild der Ansichten der Church of Satan interessiert, zu Rate gezogen werden. Weitere Informationen kann man zwei Büchern von Blanche Barton, (Gattin von Anton LaVey, Mutter seines Sohnes Satan Xerxes Carnacki LaVey und Hohepriesterin der Church of Satan), entnehmen, nämlich „Das geheime Leben eines Satanisten, die autorisierte Biographie von Anton LaVey“ (Verlag Feral House) und „Die Church of Satan“ (Verlag Hell’s Kitchen Productions). Diese Werke beinhalten eine Vielzahl von Informationen bezüglich der Geschichte und der zeitgenössischen Praktiken der Church of Satan.

Für diejenigen, die sich mit dieser Literatur noch zu beschäftigen haben: Es gibt drei Gruppen von kurzgefassten Richtlinien, die im Laufe der Jahre herausgegeben wurden und der Feder LaVeys entstammen und die dem Uneingeweihten eine verdichtete Fassung der satanischen Philosophie geben. Die erste Gruppe sind die neun satanischen Gebote, die die satanische Bibel eröffnen und dem Satanisten eine feste Grundlage bieten.

Die nächste Gruppe, die elf satanischen Regeln der Welt, wurden etwa zur selben Zeit geschrieben, aber damals als zu freimütig und brutal angesehen, um sie der Allgemeinheit zugänglich zu machen und deshalb nur an Mitglieder ausgegeben. Hier wurde das Lex Satanicus erlassen, das Gesetz des Dschungels sozialer Wechselwirkungen.

Nachdem wir Richtlinien darüber ausgegeben haben, was wir uns erwarten, wurde es an der Zeit, eine Liste von Verhaltensformen zu erstellen, die wir in der satanischen Gesellschaft vermieden sehen wollen. Satanisten akzeptieren, dass wir Menschen sind und auf Perfektion hinzielen, aber manchmal in negative Handlungsmuster verfallen können. So entstand die Liste der neun satanischen Sünden, Richtlinien dafür, was Satanisten als ein unproduktives Verhalten betrachten, das erkannt und aus dem täglichen Leben eliminiert werden muss.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, den Links zu folgen und diese drei Dokumente zu lesen, bevor Sie mit diesem Text fortfahren.

Dies umreißt im Wesentlichen die Grundzüge der satanischen Philosophie. Sie hat sicherlich nichts gemeinsam mit den vorherrschenden jüdisch-christlichen Anschauungen über Nächstenliebe und Aufopferung und kann daher für jemanden, der in dieser Weltanschauung aufgewachsen ist, einigermaßen fremd und furchterregend wirken. Realistisch gesehen basieren die satanischen Lebensregeln auf der menschlichen Natur, wie sie wirklich ist und erscheinen daher den meisten Menschen selbstverständlich, die nicht tiefgreifend in lebensfeindlichen und unvernünftigen Glaubenssystemen indoktriniert wurden. Es ist eine Tatsache, dass sich viele Menschen heutzutage Christen nennen, aber eigentlich keine klaren Vorstellungen darüber haben, was diese Philosophie nach sich zieht, deshalb benehmen sie sich allgemein auf eine satanische Art und Weise. Wir denken, dass es höchste Zeit ist, dass das erkannt wird und dass die Menschen sich als das bezeichnen, was sie wirklich sind und nicht als das, was für sie gesellschaftlich bequem ist.

Wie man sehen kann, gibt es keine Elemente der Teufelsanbetung in der Church of Satan. Solche Praktiken werden als christliche Ketzerei betrachtet, der Glaube an die dualistische christliche Weltanschauung von Gott gegen den Teufel, wo man sich dafür entscheidet, die Partei des Fürsten der Finsternis zu ergreifen. Satanisten glauben nicht an das Übernatürliche, weder an Gott noch an den Teufel. Der Satanist ist sein eigener Gott. Satan ist ein Symbol für den Menschen, der so lebt, wie seine stolze, fleischliche Natur es gebietet. Die Wahrheit hinter Satan ist einfach die dunkle evolutionäre Kraft der Entropie, die die gesamte Natur durchdringt und die Triebkraft für das Überleben und die Fortpflanzung ist, die allen Lebewesen zu eigen ist. Satan ist also kein bewusstseinsbehaftetes Wesen, das verehrt werden muss, sondern vielmehr ein Sammelbecken der Macht in jedem Menschen, das willentlich geöffnet wird. Folglich wird jedes Konzept eines Opfers als christliche Verwirrung zurückgewiesen. Es gibt keine Gottheit, der man ein Opfer darbringen kann.

Satanisten haben aber Erfahrung mit Übersinnlichem in ihrer Ausübung von Ritualen oder größerer Magie. Dies ist eine Technik, um den Ausgang von menschlichen Ereignissen in eine gewünschte Richtung zu beeinflussen, indem im Zusammenhang mit einem Ritual ein extremer emotionaler Zustand erreicht wird, der eine Vision des gewünschten Ereignisses hervorbringt („Das Seinsollende“), die, wenn der Adrenalinspiegel der Teilnehmer hoch genug war, das Unterbewusstsein derjenigen durchdringt, die man beeinflussen will, so dass sie zu gegebenem Zeitpunkt so handeln, wie man es wünscht. Das heiß aber nicht, dass alles möglich ist, denn es erfordert eine große Menge an Energie, um eine starke Ausstrahlung zu erreichen und es ist oft schwierig, Ereignisse aus der Trägheit ihrer momentanen Richtung zu reißen. Kenntnis seiner Fähigkeiten und der erreichbaren Möglichkeiten sind die Markenzeichen eines erfolgreichen satanischen Magiers. Die Theorie und die Praxis größerer Magie finden sich in den Büchern „Die satanischen Bibel und Die satanischen Rituale“. Satanisten praktizieren auch niederere Magie, die im Wesentlichen die alltägliche Manipulation der Zeitgenossen ist, um ihre Ziele zu erreichen. Ausführliche Techniken finden sich im Werk „Die satanische Hexe“.

Kürzlich haben wir einige Prediger und sogar Wissenschaftler gesehen, die Satanismus eine Neonazibewegung nennen. Das ist eine unzutreffende Bezeichnung. Die Nazibewegung bezog einen Großteil ihrer Kraft aus einer rassistischen Lehre von arischer Überlegenheit. Satanismus ist weitaus anspruchsvoller. Wiewohl es beweisbare biologische Unterschiede zwischen Rassen gibt und statistisch belegbare Leistungsniveaus bei unterschiedlichsten Aktivitäten, ist es ziemlich unlogisch, zu glauben, dass jemand bloß wegen seiner Hautfarbe elitär sein kann. Auch wenn er von einem vielversprechenden genetischen Material abstammt, und dabei meinen wir von Vorfahren, die bewiesen haben, dass ihre Fähigkeiten überragend waren, garantiert das nicht den Aufstieg dieses Individuums. Nein, wir Satanisten erkennen eine Person nur dann als elitär an, wenn sie dies dadurch bewiesen hat, dass sie ihre Fähigkeiten auf der höchstmöglichen Ebene kultiviert hat. Das ist etwas, das die satanische Tugend der Disziplin erfordert, eine Fähigkeit, die wir unseren eigenen Kindern beizubringen versuchen. Es gibt elitäre Individuen aus allen ethnischen Abstammungen, und der Satanismus umarmt sie als die überlegenen Wesen, die sie sind und erschafft dadurch eine einzigartige satanische Volksgruppe.

Satanisten schätzen Individualismus, etwas, das kaum erlangt werden kann, indem man im Stechschritt auf der Straße marschiert. Dennoch umklammern wir keine „alles ist möglich“-Atmosphäre, in der alle Werte relativ sind und sich nichts aus dem Bodensatz der Allgemeinheit hervorhebt. Satanismus unterstützt eine Rückkehr zu „traditionelleren“ Werten in Kunst und Literatur, wie etwa eine Beherrschung der Technik und emotionalen Kommunikation, der Form und Funktion, der Planung und Ausführung. Nach all dem wird eifrig getrachtet. Satanisten finden reichhaltige Unterlagen im westlichen Kulturbereich, die als der Gipfel der menschlichen Vollendung geschätzt werden müssen, der sie sind, und nicht im Saufraß der multikulturellen Versuche unter zweifelhaften „Spitzenprodukten“ begraben werden dürfen, die bloß nicht-westlich sind, etwas, das jüngst in einigen akademischen Kreisen Mode geworden ist. Wir rufen jedes Individuum auf, menschliche Größe überall dort zu suchen, wo sie auch zu finden ist, aus den Grüften der Geschichte und von den talentierten Künstlern der Gegenwart, und den tendenziösen Tand als die vordergründige Fassade zu verhöhnen, die er ist. Nachdem Satanismus für die Akzeptanz des Menschen als Tier steht und es in vergangenen Kulturen oftmals Künstler gab, die diese Ansicht umarmten und im Kontext ihres Umfeldes erforschten, suchen wir diese künstlerische und philosophische Ausdrucksweise und sehen sie als die Wurzeln unseres gegenwärtigen Bewusstseins.

Satanisten sehen die gesellschaftliche Struktur der Menschheit in Schichten, so dass alle eine Ebene erreichen, die mit der Entwicklung ihrer natürlichen Fähigkeiten (oder dem Mangel daran) konform geht. Das Prinzip des Überlebens der Starken wird auf allen Ebenen der Gesellschaft befürwortet, von Einzelnen, die stehen oder fallen können, bis hin zur den Nationen, die die Konsequenzen aus der Unfähigkeit ziehen müssen, ihr Geschick nicht lenken zu können. Jede Hilfestellung auf allen Ebenen kann nur auf einer Basis „quid pro quo“ sein. Begleiterscheinung wäre eine Reduktion der Weltbevölkerung, wenn die Schwachen die Konsequenzen aus dem Sozialdarwinismus erfahren dürfen. Solcherart ist die Natur immer vorgegangen, um ihre Kinder zu reinigen und zu stärken. Das ist grausam, aber so ist der Lauf der Welt. Wir umarmen die Realität und versuchen nicht, sie in eine Utopie umzuformen, die dem ureigensten Gespinst der Existenz zuwiderläuft. Eine praktische Anwendung dieses Grundsatzes wäre die komplette Beendigung des Wohlfahrtsystems, ein Ende der vorbehaltlosen Entwicklungshilfe und neue Programme, um begabte Individuen aller Bereiche zu belohnen und zu fördern, damit sie persönliche Höchstleistungen erreichen können. Eine Herrschaft der Persönlichkeiten ersetzte die Praktiken von Ungerechtigkeiten wie aktive Förderungsmaßnahmen und andere Programme, die erdacht wurden, um die Fähigen zu bestrafen und die zu belohnen, die es nicht verdienen.

Satanisten trachten auch die Naturgesetze zu unterstützen, indem sie sich darauf konzentrieren, Rassenhygiene zu unterstützen. Dies ist keine exotische Lehre, die in den Gehirnen verrückter Mediziner des dritten Reichs geschlüpft ist. Es ist die Praxis, talentierte und fähige Menschen zu ermuntern, sich fortzupflanzen, um den Genpool zu bereichern, aus dem unsere Art wachsen kann. Das wurde ganz normal auf der Welt praktiziert, wie sogar ein Werk über Rassenhygiene der „Woman’s Christian Temperance Union“ belegen kann, bis es durch die Exzesse der Nazis einen schlechten Ruf bekam. Bis der genetische Code entschlüsselt ist und wir die Eigenschaften unseres Nachwuchses willentlich festlegen können, suchen Satanisten, die Besten mit den Besten zu verheiraten. Satanisten, die wissen, dass sie Mängel haben, bleiben kinderlos.

Satanisten sind besonders angewidert von den außergewöhnlich hohen kriminellen Aktivitäten, von denen es heutzutage wimmelt und treten deshalb für eine Rückkehr zum römischen Lex Talionis ein; die Bestrafung soll in Art und Ausmaß an das Verbrechen angepasst sein. Um dies zu erreichen, würden wir die Errichtung einer Eliteeinheit der Polizei begrüßen, Männer und Frauen in physischer und psychischer Spitzenverfassung, trainiert in fortschrittlichsten Techniken der Verbrechensbekämpfung, die wahrlich gerüstet wären, den Abschaum zu bewältigen, der aus so vielen unserer Städte kaum mehr als einen Betondschungel macht. Der Mensch ist von Natur aus eine gesellige Kreatur und betreibt seine gesellschaftlichen Kontakte mit seinen Gesellen, daher sind die Verhaltensregeln so eingeführt, dass Individuen eine größtmögliche Freiheit für zwischenmenschliche Beziehungen eingeräumt wird. Missachte diese Regeln und die Strafe muss gewiss auf den Fuß folgen, möglichst auch noch öffentlich. Damit ist nicht die Inhaftierung von Einzelnen in Einrichtungen zur sogenannten Rehabilitation auf Kosten der Opfer gemeint. Nein, diese Kriminellen müssen nutzbringend eingesetzt werden, etwa zu Zwangsarbeit, um die Umwelt wieder herzurichten, die so sorglos unter der Dominanz einer Philosophie verdreckt wurde, die den Menschen allen anderen Lebewesen überlegen sieht. Der Mensch ist ein Tier und muss sich wieder wie eines benehmen, das nicht seinen eigenen Bau verdreckt, wie es nur perverse Menschen können.

Die Church of Satan verfolgt einen Fünf-Punkte-Plan, um die Gesellschaft in eine Richtung zu lenken, die als vorteilhaft für Satanisten angesehen wird.

Der erste Punkt ist die Befürwortung der allgemeinen Anerkennung einer Schichtenbildung, was nicht weniger bedeutet als die Elimination der Lehre von der Gleichheit aller, wo immer sie Wurzeln gefasst hat. Mittelmäßigkeit soll erkannt und verachtet werden. Die Dummen sollten für ihr Benehmen leiden. Die wahrlich Schönen und Großartigen müssen geschätzt werden. Jedes Individuum muss für sich seinen eigenen Standard der Ästhetik finden, aber wir denken, dass es gewisse Leistungsmerkmale gibt, die nicht abgestritten werden können, auch wenn sie nicht für alle befriedigend sind. So kann zum Beispiel niemand die überlegene Vollkommenheit leugnen, die einer Symphonie Beethovens zu eigen ist, einer Skulptur Michelangelos, einem Gemälde DaVincis oder einem Schauspiel Shakespeares. Viele Satanisten arbeiten daran, ihre eigene Zuflucht der Spitzenqualität zu erschaffen, außerhalb eines ausgetretenen kulturellen Pfades, und haben Schätze aus der Vergangenheit bewahrt und werden nicht müde, neue mächtige Werke zu erschaffen, die für all diejenigen sind, die sie zu schätzen wissen.

Der zweite Punkt ist die Verpflichtung zu strikter Besteuerung aller Kirchen. Dies würde die staatliche Zustimmung zur Religion aufheben und diese Parasiten dazu zwingen, nur von ihren Mitgliedern zu leben und wenn sie es nicht können, zugrunde zu gehen, wie sie es auch sollten. Die Church of Satan hat niemals um Steuerbefreiung angesucht und fordert den Rest der Kirchen der Welt dazu heraus, auch auf eigenen Füßen zu stehen. Lasst uns die vampirische Natur der organisierten Religionen offenbaren und beobachten, ob sie dem Tageslicht widerstehen können.

Drittens verlangen wir nach der Wiedereinführung des Lex Talionis quer durch die menschliche Gesellschaft. Die jüdisch-christliche Tradition, weltlich unter dem Deckmäntelchen eines liberalen Humanismus existierend, hat den Kriminellen über sein Opfer erhoben und mit ihrer Lehre von der Verzeihung dem Missetäter die Verantwortung abgenommen. Eine solche Denkart ist eine Schande gegenüber den Idealen der Gerechtigkeit. Das muss aufhören! Jedermann muss die Verantwortung für sein Tun und Lassen übernehmen und damit aufhören, die Gesellschaft, die Vergangenheit oder andern angenommenen „äußere“ Einflüsse zu Sündenböcken zu machen. Es sollte keine Überraschung sein, dass viele Satanisten einer Arbeit als Gesetzeshüter nachgehen und viele Menschen in diesem und anderen Justizsystemen vertreten sind, die in dem Punkt mit der satanischen Philosophie voll übereinstimmen. Wenn dem Gesetz nicht Genüge getan wird, befürworten Satanisten die Ausübung persönlicher Justiz, aber es muss dabei die Warnung ausgesprochen werden, sich der Konsequenzen einer solchen Handlungsweise in der heutigen verkommenen Gesellschaft bewusst zu sein. So wie es heutzutage überall aussieht, wird der Aufschrei nach bleibender Gerechtigkeit noch erfolgen.

Viertens befürworten Satanisten einen neuen Industriezweig, die Herstellung und Unterstützung künstlicher menschlicher Partner. Diese Humanoiden werden so realistisch als nur möglich hergestellt und für jedermann erhältlich sein, der sie sich leisten kann. Im Erkennen der Tatsache, dass das Tier Mensch sich oftmals erhebt, in dem es andere erniedrigt, wäre das ein sicheres Ventil für ein solches Benehmen. Der Liebhaber deiner Träume, unabhängig von deinen eigenen Fähigkeiten; jeder Mensch ein König, der sich seine eigenen Subjekte kaufen kann; oder im Gegenteil, kaufe dir den Herren, dem du zu dienen wünschst. Die Freiheit, deine geheimsten Wünsche zu erfüllen, ohne Mitmenschen dabei zu belästigen, ist damit zum Greifen nahe. Was wäre besser geeignet, die Spannungen, denen unsere Gesellschaft unterliegt, abzubauen und damit einen gepflegteren Umgang unter echten Menschen zu fördern?

Schließlich treten wir für die Konstruktion von geschlossenen Miniwelten ein, technologisch auf dem neuesten Stand, dabei theatralisch überzeugend, die im wahrsten Sinne des Wortes Vergnügungsdome und Orte für Spaß und Freude sein sollen. Die Anfänge haben wir in einigen der modernen Vergnügungsparks gesehen, aber es sollte weitergehen in eine Richtung, wie sie etwa der Film „Westworld“ vorgegeben hat. Ein Genuss jeder nur vorstellbaren Umwelt wird möglich. Nicht nur ein Wiedererstehen der Geschichte wäre für diese Konstruktionen an der Zeit, sondern auch Science Fiction und Fantasy würden reiche Themenquellen für viele dieser Spielplätze sein. Schon heute werden solche Projekte in Planung genommen.

Wäre der Durchschnittsbürger in der Lage, ein Mitglied der Church of Satan zu erkennen? Da Satanisten das gesamte Spektrum wirtschaftlicher und beruflicher Leistungsstufen abdecken, kann ein Satanist nicht wirklich nur durch sein Auftreten oder Benehmen entdeckt werden, solange er nicht offen ein Medaillon mit dem Siegel Baphomets trägt oder eine Anstecknadel mit diesem Symbol, die einen offiziellen Vertreter kennzeichnet. Im täglichen Alltag sind Satanisten Individualisten, die ihr Leben hier und jetzt genießen. Sie essen, was ihnen Spaß macht, tragen Kleidung, die ihnen gefällt und verfolgen im allgemeinen einen Lebensstil, der ihnen am besten zusagt, solange er mit den Gesetzen des Landes konform geht, in dem sie leben.

Es gibt keinerlei Verpflichtung, an rituellen Aktivitäten teilzunehmen. Die Techniken, die in unserer Literatur präsentiert werden, sind dazu gedacht, dass sich Mitglieder ihrer so bedienen, wie es ihnen gefällt. Einige Satanisten genießen die gesellige Atmosphäre eines gemeinsamen Rituals und suchen dazu die Gesellschaft anderer. Viele Satanisten sehen ihre rituellen Aktivitäten als sehr persönlich an und ziehen es vor, dabei allein zu bleiben. Die Church of Satan akzeptiert jede Vorgehensweise. Tatsächlich gibt es keinerlei Regeln für die Häufigkeit der Abhaltung von Ritualen. Einige zelebrieren Tagundnachtgleichen sowie Sonnenwenden als Feiertage, aber natürlich ist der eigene Geburtstag der höchste satanische Feiertag im Jahr. Rituale werden oft als reinigend angesehen, um den Menschen von Sehnsüchten zu befreien, die sich zu Zwängen ausweiten könnten, wenn sie unerfüllt bleiben. Solcherart ersetzt das Ritual eine Therapie. Satanisten hegen ihre Individualität und versuchen nicht, dem zu entsprechen, was andere als „normalen“ Standard ansehen. Auch missionieren Satanisten nicht, so dass man niemanden finden wird, der, eingehüllt in schwarze Gewänder, auf einen zukommt und einem mit Schriften vor dem Gesicht herumwedelt. Unsere Literatur ist verfügbar, und wenn jemand findet, dass ihm diese Philosophie gefällt, kann er sich bei uns über die Möglichkeit einer Mitgliedschaft erkundigen. Viele Leute wären wahrscheinlich überrascht, würden sie herausfinden, dass sie über Jahre mit Satanisten Kontakte pflegen und dass diese Satanisten einige der interessantesten, ehrlichsten, vertrauenswürdigsten und unterhaltsamsten Menschen sind, die sie kennen.

Wenn die Welt völlig von Satanismus durchdrungen sein wird, wird sie ein herausforderndes Umfeld darstellen, in dem man viel erreichen kann, oder wenig, je nachdem, was man in der Lage ist, zu verarbeiten und der Ausdehnung der eigenen natürlichen Fähigkeiten. Ja, für die Massen, die sich zurücklehnen und von einem mediengeilen Produkt zum nächsten geleitet werden möchten, ist diese Aussicht furchterregend. Unsere Welt fordert dich zum Denken heraus und auch dazu, mit diesen Gedanken etwas zu tun! Als ultimative Realisten erwarten wir nicht, dass ein Großteil der Menschen die Energie und die Disziplin besitzen, um herauszustechen. Auch würde eine satanische Gesellschaft nicht versuchen, Menschen zu Dingen zu zwingen, die außerhalb ihrer Fähigkeiten sind – dennoch würde uns das nicht davon abhalten, diese Menschen nach unseren Standards zu beurteilen. Diejenigen, die eine von chemischen oder medialen Drogen geleitete Existenz bevorzugen, werden als die Sklaven, die sie sind, erkannt und verachtet werden. Wenn sie wollen, können sie auf ihren selbstzerstörerischen Pfaden weiter wandeln, aber es wird ihnen nicht erlaubt sein, diejenigen zurückzuhalten, die Größeres erreichen wollen.

Habt keine Angst, die ihr tatsächlich den heutigen Medien ihre Papiertiger abgenommen habt, wir Satanisten sind nicht hinter euren Kindern her, denn sie sind wahrscheinlich genauso hoffnungslos mittelmäßig wie ihre Eltern. Aber wir bewegen die Welt auf einen Zustand hin, in dem Schmarotzer entweder arbeiten oder verhungern müssen und Parasiten entfernt werden, um zu verdorren und abzusterben. So braucht ihr den wahren Satanismus nur zu fürchten, wenn ihr Verbrecher, Parasiten oder Nichtsnutze seid. Habt Ihr Angst?



Dieser Text erschien ursprünglich in ähnlicher Form in „A New Age: Essays on Current Religious Beliefs and Practices“, Merrimac Books 1992. Er wurde seither mehrfach überarbeitet und neu aufgelegt.



Übersetzung: Magister Herbert P., mit freundlicher Genehmigung von Magus Peter H. Gilmore

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